Öflinger Zünfte und Guggenmusiken im weltweiten Datennetz längst zu Hause
Fasnacht im Internet - das ist die modernste Form des traditionsreichen Festes. Auch die Öflinger Zünfte und Guggenmusiken sind mittlerweile im Internet zu Hause und exportieren ihr närrisches (Un-)Wesen weltweit.
Wehr (job) Wenn beispielsweise ein Ahnungsloser erfahren will, was "Guggenmusik" eigentlich bedeutet, muss er nur mit seinem Computer die Seite der "Rhy-Wehra-Schränzer" ansteuern. Was die Musikertruppe aus Öflingen da auf die Beine gestellt hat, ist einmalig: Straßenfasnacht auf der Datenautobahn. Hier findet man alles, was das Narrenherz begehrt. Nicht nur Informationen über die Clique, sondern auch reichlich "Bonusmaterial": Brandaktuelle Bilder und Videoclips, zum Beispiel vom Narrentreffen in Öflingen. In einem Shop lassen sich CD, Pins, Kappen und sonstige Utensilien bestellen, die ein Schränzer-Fan haben muss. Besondere Beachtung verdient auch der Downloadbereich: Hier können sich die Besucher ein paar Kostproben des musikalischen Könnens der Öflinger herunterladen. Allein was die Schränzer aus BAPs "Verdamp lang her" gemacht haben, ist reines Lachmuskeltraining. Die Guggenmusiker nutzen wirklich alle Möglichkeiten des Mediums aus. Die Seite ist sehr aufwändig und anspruchsvoll programmiert - und das ist der einzige Wermutstropfen: Der Nutzer braucht eine schnelle Internetverbindung und einen stabilen Computer, um alle Einfälle sehen zu können.
Eine weitere Webseite der Kategorie empfehlenswert ist die des Sumpfernie-Orchesters Öflingen. Die Navigation mag zunächst etwas verwirrend erscheinen, aber das kann durchaus Absicht sein, denn hier verläuft man sich wirklich gerne: Die "Schnitzelbank", das jährlich zur Fasnacht erscheinende Vereinsblatt, bietet viel lustigen Lesestoff. Zum Stöbern lädt auch die Galerie ein, in der sich zahlreiche Bilder vergangener Sumpfernie-Aktionen finden. Ein eigenes Kapitel ist auch dem Öflinger Seifenkistenrennen gewidmet.
Lesenswert ist auch die Seite der Hühnerlochfelsengeister. Hübsch ist die Sammlung der Sagen um den Namenspatron der 1999 gegründeten Zunft: Der Geist, der am Öflinger Hühnerlochfelsen hausen soll. Im Zeichen des großen Narrentreffens vom vergangenen Wochenende steht die Seite der Narrenzunft Öflingen. Zwar gibt es dort keine Bilder davon zu sehen, im Gästebuch haben aber eifrige Narren Quellenangaben hinterlassen, wo man die Eindrücke Revue passieren lassen kann.
Sehr übersichtlich ist die Seite der jüngsten Öflinger Zunft, der "Rhy-Deufel", aufgebaut. Sie besticht durch ihr elegantes Design, das für Narrenverhältnisse fast schon etwas zu seriös wirkt. Auch hier können schon Bilder der aktuellen Fasnachtssaison bewundert werden. Nicht ganz so aktuell sind hingegen die Seiten der "Oberdörfler Schlitzohren" und der "Dorfhäxe": Vor lauter realer Fasnacht haben diese Zünfte noch keine Zeit gefunden, ihre Webseiten zu aktualisieren. Auf beiden Seiten befindet sich noch der Narrenfahrplan des Jahres 2004.
Quelle: Südkurier
Autor: Justus Obermeyer

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